Patienten fragen – Experten antworten

Antibiotika

07.01.09

Frage:

Sehr geehrter Herr Professor Morr,

ich leide unter der Krankheit Bronchiektasien und habe von Ihnen darüber ein Faltblatt bekommen, das über meine Krankheit mir Informationen gegeben hat. Unter der Rubik „Wie werden Bronchiektasen behandelt“ haben sie geschrieben, dass gelegentlich dauerhafte und regelmäßige wiederkehrende Antibiotikagaben erforderlich sind. Ich habe ständig an Infektionen und bekomme auch wiederholt Antibiotikagaben, manchmal auch ohne großen Erfolg. Sie schreiben in Ihrem Faltblatt dass die Antibiotikagaben auch inhalativ erfolgen können. Leider hat mein Hausarzt über diese inhalativen Antibiotikagaben noch nie gehört und kann mir damit nicht helfen. Darum bitte ich Sie, mir Aufschluss über so eine Behandlung zukommen zu lassen. Meine Atemwegsinfektionen sind nun so gehäuft, das ich Angst habe, mein Lungengewebe wird zu sehr belastet oder gar zerstört und die Nächte sind oft sehr belastend, durch die ständige Schleimansammlung und Hustenattacken.

Bitte helfen Sie mir und geben Sie mir Auskunft, damit ich an meinen Hausarzt herantreten kann. In der Hoffnung von Ihnen eine hilfreiche Auskunft zu erhalten,

grüße ich Sie

Karin S.

Antwort:

Sehr verehrte Frau Sch.,

das Einatmen von Antibiotika stellt in besonderen Fällen von Bronchiektasenkrankheit eine wichtige Behandlungsmöglichkeit dar, die tatsächliche Ausführung ist aber an eine gründliche Untersuchung des Lungenfacharztes einschließlich der gezielten Schleimuntersuchung auf Bakterien (und ihrer Ansprechbarkeit auf Antibiotika) gebunden. Mein Rat ist also eindeutig klar : den Hausarzt um Überweisung zum Lungenfacharzt bitten und dann dort gründliche Untersuchung und Aufklärung.

Mit freundlichen Grüßen

Professor Dr. med. Harald Morr

Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung e.V