Patienten fragen – Experten antworten

Raucherbronchitis

22.02.08

Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Freund leidet bedingt durch langjähriges Rauchen an einer chronischen Bronchitis. Er ist seit einigen Jahren inzwischen Nichtraucher.

Er hustet jedoch nicht, sondern zieht den Schleim schon vorab hoch, um ihn auszuwerfen. Ich habe gehört, dass das auf die Luftröhre sehr ungesunde Auswirkungen haben kann. Ist Abhusten sinnvoller/besser?

Wenn Sie mir hier eine Auskunft geben könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Im Voraus besten Dank.

Gabriele K.

Antwort:

Sehr geehrte Frau K.,

Sie haben uns mitgeteilt, dass Ihr Freund an einer langjährigen Raucherbronchitis leidet (wiewohl er inzwischen Nichtraucher ist). Ihre spezielle Frage ist, ob das Hochziehen von Schleim ungünstige Auswirkungen auf die Luftröhre haben kann und ob es sinnvoller ist, den Schleim bewusst abzuhusten.

Auch die gesunde Lunge produziert täglich mehr als einen Liter dünnflüssigen Schleim, der zum Abwehrsystem des Bronchialsystems gehört. Auf diesem Schleim lagern sich Staubpartikel aber auch Bakterien ab, die dann vom Flimmerepithel bis zum Kehlkopf hochgeflimmert werden. In aller Regel räuspern wir uns unbewusst und verschlucken dann den aus den Bronchien hochbeförderten Schleim. Z.B. auch nachts. Wenn der Schleim zäh ist, macht er stärkeren Hustenreiz und sollte dann auch zweckmäßigerweise abgehustet werden. Dabei ist es medizinisch gesehen unerheblich, ob dieser zähe Schleim verschluckt wird oder ob er ausgespuckt wird. Der verschluckte Schleim schadet dem Magen-Darm-Trakt nicht. Evtl. darin enthaltene Bakterien werden von der Magensäure abgetötet.

Der Umgang Ihres Freundes mit dem Bronchialschleim dürfte eher eine Angewohnheit sein, die medizinisch gesehen unerheblich ist. Übrigens: Kinder und Frauen verschlucken in aller Regel das hochgehustete Bronchialsekret, weil es ihnen unangenehm oder peinlich ist zu spucken, während Männer sehr viel häufiger den hochgehusteten Schleim auch ausspucken.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Helmut Fabel
Deutsche Lungenstiftung e.V.