Patienten fragen – Experten antworten

Lungenfibrose

17.11.08

Frage: 

Sehr geehrter Herr Professor,

der seit ca. März 2007 progressiv sich verstärkende Krankheitsverlauf macht mir große Sorgen. Zunehmende Hustensymptomatik ist sehr belastend für mich. Dumpfe Lebensfreude macht sich breit. Ich versuche mit regelmäßiger Atemgymnastik (erlernt) den Sauerstoffaustausch in der jetzigen Form zu erhalten. Sportliche Aktivität, wie Nordic Walking, Tennis und Ergometertraining sowie viel Bewegung an der frischen Luft sind seit längerer Zeit vorrangig. Zur Zeit nehme ich keine Medikamente, es gibt wahrscheinlich keine gegen diese Krankheit. Eine halbjährige Kortisontherapie war wirkungslos. Bei stark übermäßigem Husten setze ich einen Hustenblocker ein. Können Sie mir aufgrund Ihrer Erfahrungen Hinweise zur Abhandlung geben?

Mit bestem Dank im Voraus

Klaus E.

Antwort:

Sehr geehrter Herr E.,

in Beantwortung Ihres Briefes ist zunächst festzustellen, dass im Vergleich der beiliegenden Befunde im letzten Jahre erfreulicherweise nur ein minimaler Abfall Ihrer Lungenfunktionswerte eingetreten ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass altersbedingt Jahr für Jahr die Lungenfunktion auch bei Gesunden geringfügig abnimmt.

Offensichtlich sind Ihre Blutgaswerte so, dass noch keine Langzeitsauerstoff-Therapie auch in Ruhe erforderlich ist. Im Vordergrund steht in Ihrem Beschwerdebild offensichtlich ein deutlicher trockener Reizhusten, der typisch ist für Lungenfibrosen. Möglicherweise atmen Sie sehr viel mehr durch den Mund, so dass auch Ihre oberen und unteren Luftwege stärker austrocknen. Insbesondere in den Wintermonaten sollten Sie für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in Ihren Wohnräumen (mindestens 40 % Wasserdampfsättigung) sorgen. Ich gehe davon aus, dass Sie bereits ein sogenanntes Hygrometer haben

Auch aus meiner Sicht sollte eine Steroidtherapie (Kortison) nicht wieder eingeleitet werden, wenn eine halbjährige Therapie keine Besserung gebracht hat. In der Tat ist es sicherlich sinnvoll mindestens in bestimmten Situationen (gestörte Nachtruhe durch Hustenreiz) ein Antitussivum einzunehmen. Insofern bin ich mit den Therapievorschlägen Ihres behandelnden Pneumologen einverstanden und kann Ihnen auch keine zusätzliche, sinnvolle Therapie anbieten bzw. empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Helmut Fabel

Ehrenvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung e.V.