Patienten fragen – Experten antworten

Freundin mit Mukoviszidose

22.02.08

Frage:

Hallo liebes Ärzteteam! Ich bin 16 Jahre alt und habe eine Freundin, die an Mukoviszidose erkrankt ist, und möchte gern wissen, ob ich ihr vielleicht durch eine Spende (Lunge) helfen könnte, deshalb lautet meine Frage an Euch, ob man jeden Patienten, insofern sein Körper das Spende-Lungenstück nicht abstößt, heilen kann? Ich weiß, dass man erst mit 18 Jahren spenden darf, aber da ich in einem Monat 17 werde, würde es ja nicht wirklich lange dauern, bis ich 18 bin. Ich würde ihr gern helfen, versteht mich nicht falsch, ich bin mir im Klaren, dass sie natürlich meine Blutgruppe haben muss, aber ich will ihr nicht erst Hoffnungen machen und danach ist sie niedergeschlagen. Deshalb würde ich gern wissen, ob dies theoretisch für jeden Patienten in Frage käme, denn ich rauche nicht, trinke nicht, nehme keine Art von Drogen (auch noch nie probiert!) und bin nicht fettleibig. Abgesehen davon habe ich auch keine Krankheiten oder Allergien!

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir auf diese Frage eine schnellstmögliche Antwort senden könntet!

Mit freundlichen Grüßen
Daniela

Antwort:

Liebe Daniela,

Deine Bereitschaft, einer guten Freundin, die an Mukoviszidose erkrankt ist, einen Teil Deiner Lunge zu spenden, ist hochherzig und anerkennenswert.

Sogenannte Lebendspenden eines Organs oder eines Organteils sind bei Nierentransplantationen und auch bei einer Leberteiltransplantation durchaus üblich, wenn sie von engen Verwandten stammen. Die Lebendspende bei Lungentransplantationen steht erst in den Anfängen; Spenden eines Lungenlappens von Eltern mukoviszidosekranker Kinder sind in Erprobung, aber noch kein Routineeingriff. Bei kleinen Kindern reicht die Spende eines Lungenlappens (und nicht eines ganzen Lungenflügels) evtl. aus. Viele Eltern nehmen das Risiko einer solchen großen Operation in Kauf. Bei Erwachsenen müsste wegen der Größe des Brustkorbes eine gesamte Lunge gespendet werden. Auch wenn sich zwei Spender bereit erklären, jeweils einen Lungenflügel zu spenden, bedeutet das ein hohes gesundheitliches Risiko für die Spender. Bei Mukoviszidose muss die gesamte erkrankte Lunge (beide Lungenflügel) entfernt werden, da kein Eiterherd im Brustkorb verbleiben darf.

Ich gehe davon aus, dass die Frage einer Lungentransplantation bei Deiner Freundin bereits diskutiert worden ist. Wenn sie in einem der großen Transplantationszentren bereits auf der Warte-liste ist, hat sie auch eine gute Chance, eine Spenderlunge zu erhalten.

Natürlich müsste man vorher wissen, wie fortgeschritten die Erkrankung überhaupt ist und ob keine anderen Kontraindikationen für eine Lungentransplantation bestehen. Die größten Lungentransplantationszentren in Deutschland sind Hannover, Berlin und München.

Deine Freundin kann sich glücklich schätzen, eine Vertraute zu haben, die mit ihr durch Dick und Dünn geht. Ich hoffe, Du kannst sie weiterhin motivieren, alles zur Verbesserung ihrer Krankheitssituation zu tun und, wenn noch nicht geschehen, Kontakt mit einem der großen Transplantationszentren aufzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Helmut Fabel

Deutsche Lungenstiftung e.V.